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Lawfluencer:innen und Online-Rechtsmagazine für Content Creator:innen

Influencer:innen zum Thema Recht? Die gibt es! Man nennt sie auch “Lawfluencer:innen”. Wer die bekanntesten von ihnen sind und welche weiteren nützlichen, rechtliche Informationsquellen es im Internet für Content Creator:innen gibt, zeigen wir dir im Folgenden.

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Du bist Content Creator:in und möchtest die Datenschutzerklärung für deine eigene Website erstellen, weißt aber nicht wie? In diesem Fall musst du nicht unbedingt gleich zu einem Rechtsanwalt gehen und eine Menge Geld für eine Rechtsberatung ausgeben. Im Internet finden sich einige nützliche, kostenfreie Informationsquellen bei rechtlichen Fragestellungen. 

Was machen Lawfluencer:innen?

Eine erste Anlaufstelle können sogenannte “Lawfluencer:innen” sein. Dabei handelt es sich meist um Rechtsanwälte, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in den sozialen Netzwerken auf unterhaltsame Weise über rechtliche Themen zu informieren und dadurch Berührungsängste, mit dem für viele sperrigen Thema Recht, abzubauen. 

Die bekanntesten Lawfluencer:innen

Dass einigen von ihnen das ganz gut zu gelingen scheint, zeigt ein Blick auf die Follower-Zahlen der bekanntesten Lawfluencer:innen. 

Herr Anwalt (Tim Hendrik Walter):

So folgen dem wohl Bekanntesten unter ihnen, “Herr Anwalt” (bürgerlich: Tim Hendrik Walter), ganze 4,2 Millionen Nutzer:innen auf TikTok, denen der als Rechtsanwalt tätige Jurist das Thema Recht auf unterhaltsame Weise näher zu bringen versucht. Dabei geht er auf verschiedene Rechtsgebiete (Strafrecht, Zivilrecht und das dazugehörige Familienrecht) ein, aber auch Motivation und Tipps für das Jurastudium gehören zu seinen Themen. Sein Motto lautet “Brecht die Regeln, aber nicht das Gesetz”. Auch ein Buch namens #5MinutenJura: Recht einfach erklärt hat er geschrieben, in dem er anhand vieler Beispiele einen niedrigschwelligen Zugang zum deutschen Rechtssystem geben möchte. Das Buch erscheint am 19. Oktober 2021.

Recht2go (Christian Solmecke):

Als Host des Social-Media-Kanals recht2go versorgt Rechtsanwalt Christian Solmecke seine Abonennt:innen auf Instagram und TikTok mit der “tägliche[n] Portion Alltagsrecht.” Kennen dürften ihn aber viele vor allem durch den YouTube-Kanal Kanzlei WBS, bei der Christian Solmecke Gesellschafter ist. Sort informiert er seine 803.000 Abonennt:innen über aktuelle Rechtsprechung zum Internetrecht, neue Gesetze und Gesetzesvorhaben sowie über den richtigen Umgang mit Abmahnungen. Mit der Spezialisierung auf Internet- und Medienrecht bieten die Social-Media-Kanäle von Christian Solmecke die ideale Anlaufstelle für Content Creator:innen, um sich für sie relevante, seriöse rechtliche Informationen einzuholen. 

Wer sich noch detaillierter über Recht im Online-Marketing informieren will, wird im Buch Recht im Online-Marketing: So schützen sie sich vor Fallstricken und Abmahnungen von Christian Solmecke und Sibel Kocatepe fündig. Außerdem bietet die Kanzlei WBS einen Datenschutzgenerator an, mit dem auch Influencer:innen die Datenschutzerklärung für die eigene Website selbst erstellen können. Auch einen Impressums-Generator bietet die Kanzlei WBS an, dessen Verwendung sinnvoll sein kann um teure Abmahnungen zu vermeiden, die durch Fehlen oder Unvollständigkeit des Impressums entstehen können.

Dr. Thomas Schwenke:

Auch der auf diversen Social-Media-Plattformen, wie beispielsweise Twitter, präsente Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke hat sich dem, durch das In-Kraft-Treten der europäischen Datenschutzgrundverordnung für das, durch das In-Kraft-Treten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGOB) im Jahr 2018, Datenschutz verschrieben und gibt mit dem Datenschutz-Generator Influencer:innen ein Tool an die Hand, mit der du deine eigene Datenschutzerklärung, Impressum,Teilnahmebedingungen, Online-Shop-AGB, Widerrufsbelehrung und vieles mehr erstellen kannst. Das Beste daran: Für Privatpersonen und Unternehmen mit einem Umsatz bis 5000€ brutto pro Jahr, was auf die meisten Influencer:innen, die noch am Anfang stehen, zutreffen sollte, steht das Angebot kostenlos zur Verfügung.

Des Weiteren schreibt Dr. Schwenke den Blog Onlinerecht - praxisnah und verständlich, in dem auch viele für Content Creator:innen interessante Themen wie beispielsweise Urheberrecht oder Datenschutz im Internet. Außerdem betreibt Thomas Schwenke zusammen mit Marcus Richter den Jura-Podcast Rechtsbelehrung. Zu seinen Themen zählt auch das besonders für Influencer:innen relevante Thema Social Media Marketing und Recht, über das Dr. Schwenke auch ein Buch namens Social Media Marketing und Recht geschrieben hat. Darin zeigt er, auf welche Punkte es bei dem Thema ankommt und welche Punkte dabei oft übersehen werden.

Lawfluencerin (Christina-Maria Leeb):

Die selbst ernannte Lawfluencerin Christina-Maria Leeb beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf das Rechtssytsem und hat zahlreiche Beiträge rund um die Themen Digitalisierung & Legal Tech verfasst. Auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen, wie zum Beispiel Twitter, informiert sie ihre Follower:innen über die neuesten Legal-Tech-Entwicklungen.

DSGVO-Expertin (Christiane Henneken):

Die Rechtsanwältin Christiane Henneken möchte ihren Follower:innen einen “Guide durch den Datenschutzdschungel” an die Hand geben. So informiert die DSGVO-Expertin auch auf Instagram über Wissenswertes und Entwicklungen rund um das Thema Datenschutz.

DSGVO im Onlinebusiness (Jasmin Lieffering):

Auf Instagram informiert die TÜV zertifizierte Datenschutzbeauftragte über das Thema Datenschutz für digitale Geschäftsmodelle, das auch für Influencer:innen, die beispielsweise einen Online-Shop aufbauen wollen, von großer Bedeutung ist.

DSGVO Navigator (Julius S. Schoor):

Der auf Instagram päsente Rechtsanwalt und “Datenschützer aus Leidenschaft” hat es sich zur Aufgabe gemacht “Prozesse so [zu] gestalten, dass diese den Regelungen und Anforderungen der DSGVO entsprechen.” Wie das gelingen kann, zeigt er auf seinem YouTube-Kanal DSGVO NAVIGATOR.

Online-Rechtsmagzine für Content Creator:innen

Neben Lawfluencer:innen  gibt es mit Online-Rechtsmagazinen weitere nützliche Informationsangebote zu rechtlichen Themen für Content-Creator:innen. Die unserer Meinung nach beiden wichtigsten Plattformen für Influencer:innen stellen wir dir im Folgenden vor.

iRights:

Die, auf Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt, spezialisierte Plattform iRights bietet eine gute Anlaufstelle für Content Creator:innen, um sich über das für sie so relevante Thema Urheberrecht im Internet zu informieren.

Legal Tribune Online (LTO):

Das Online-Rechtsmagazin Legal Tribune Online (LTO) richtet sich eigentlich an Juristen, Kanzleien und Jurastudent:innen, stellt aber auch für Content Creator:innen eine seriöse Informationsquelle dar, um sich über wichtige Gerichtsurteile oder Gesetzesänderungen zum Onlinerecht zu informieren. Um nichts zu verpassen, kannst du LTO auch auf den diversen Social-Media-Plattformen folgen, beispielsweise auf Twitter oder Instagram.

Wichtig: Rechtliche Informationsangebote kein Ersatz für Rechtsberatung

Auch wenn es seriöse, rechtliche Informationsangebote im Internet gibt, können diese keine Rechtsberatung durch eine Anwältin / einen Anwalt ersetzen. Wer allerdings beispielsweise Unterstützung bei der Erstellung des eigenen Impressums sucht, für den bieten sich die vorgestellten Informationsquellen als erste Anlaufstelle an.

Hast du schon vom BGH-Urteil von September 2021, zur Kennzeichnungspflicht von Produkbeiträgen gehört? Was das Urteil für Influencer:innen bedeutet erfährst du in unserem Artikel: https://inflzr.de/bgh-urteil-zum-influencer-marketing/.


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Philipp studiert Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Durch sein Studium hat er sein Interesse an der Influencer-Branche und Social Media entdeckt. Das INFLZR Magazin bietet die perfekte Gelegenheit, um diesem Interesse nachzugehen.




Tags

Content Creator, Influencer, Lawfluencer, Recht


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