Facebook und Instagram mit weitem Vorsprung vor TikTok
Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2022 gibt Einblicke zum deutschen Medienkonsum

16 November 2022   //  0 Kommentare // Min. Lesezeit

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Symbolbild Internet surfen © FlamingoImages, Envato Elements

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2022 zeigt, wie das Internet und die sozialen Medien in Deutschland genutzt werden. Da wir Content Creator:innen auch Medienmacher sind, sind die Daten der repräsentativen Studie auch für uns interessant. Die für uns wichtigsten Ergebnisse gibt es hier.

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Deutschlandweit nutzen 80 Prozent der Menschen ab 14 Jahren täglich das Internet. Das ist der höchste jemals gemessene Wert, sagt die ARD/ZDF-Onlinestudie 2022, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Media Perspektiven, Heft 10/2022 veröffentlicht wurden. Untersucht wurde der Medienkonsum im Internet mittels Befragungen von 1.500 Personen ab 14 Jahren.

Das sind die meistgenutzten sozialen Medien 2022

Über den ganzen Altersdurchschnitt betrachtet, ist die meistgenutzte Plattform (Achtung Trommelwirbel) Facebook mit 35 Prozent! Das ist insofern überraschend, als oft zu hören ist, dass Facebook fast oder schon längst tot sei. Denkste! Instagram ist mit 31 Prozent die Nummer zwei. Drittplatzierter ist TikTok mit 14 Prozent, das von Snapchat mit 13 Prozent gefolgt wird. Twitter und Pinterest teilen sich jeweils 10 Prozent. Direkt dahinter ist Twitch mit sieben Prozent. Neu hinzugekommen ist die Plattform reddit. Vier Prozent nutzen die Plattform, die häufig anonym verwendet wird und der nachgesagt wird, dass hier die Trends im Internet gesetzt werden. Schlusslicht ist Clubhouse mit zwei Prozent.

Bei 14- bis 29-Jährigen sieht es ganz anders aus

Blickt man auf die Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen, sieht die Aufteilung schon ganz anders aus. Hier ist Instagram King mit 74 Prozent. Wer nun mit TikTok als Zweitplatzierter gerechnet hat, liegt falsch. 44 Prozent nutzen die Plattform, was sie zum Drittplatzierten macht. Zweiter ist Snapchat mit 47 Prozent. Für mich überraschend, da Snapchat nicht die klassische Social-Media-Plattform ist, sondern eher an einen Messenger erinnert, das es tatsächlich auch ist. Platz vier belegt Facebook mit 42 Prozent.

In der mittleren Altersgruppe von 30 bis 49 Jahren behält Facebook seine führende Position vor Instagram, TikTok, Twitter, Pinterest und Snapchat.

Und was ist mit YouTube?

Wem nun aufgefallen ist, dass YouTube gar nicht erwähnt wurde, hat gut aufgepasst. Damit bist du ein Nerd wie wir. Tatsächlich wird YouTube in der Onlinestudie genannt, jedoch in Bezug auf die Nutzung von Video- und Musikstreaming-Angeboten. Ich vermute, dass die Plattform für die Studie einfach nur anders eingegliedert wurde. Natürlich ist YouTube auch ein soziales Medium, da es alle Funktionen dafür anbietet.

Wie häufig in sozialen Medien 2022 eingeschaltet wird

Soziale Medien werden in einer normalen Woche im Schnitt von jedem oder jedem Zweiten genutzt. Ab 70 Jahren gönnt man sich hingegen lediglich einmal pro Woche einen Blick darin.

Die jüngeren Zielgruppen von 14 bis 29 Jahren lassen sich aber nichts entgehen. Knapp 70 Prozent geben an, täglich im Social Space unterwegs zu sein. Weitere knapp 20 Prozent nutzen soziale Medien, mindestens einmal in der Woche.

Im mittleren Alterssegment der 30- bis 49-Jährigen konsumieren lediglich 43 Prozent täglich Inhalte in sozialen Medien und 26 Prozent mindestens einmal wöchentlich. Ab 50 Jahren nimmt die Nutzung von sozialen Medien dann aber stetig ab.

Das sind die am häufigsten genutzte Formate im Internet 2022

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2022 untersuchte ebenfalls die Nutzungshäufigkeit von Video, Audio und Text. Im Fokus standen dabei nicht nur soziale Medien, sondern die Nutzung dieser Formate im gesamten Internet. Und die sind beachtlich, insbesondere bei den jüngeren Zielgruppen.

2022 nutzt die Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland Medieninhalte oder Streams im Internet mit durchschnittlich 160 Minuten pro Tag noch intensiver als in den vergangenen Jahren. Das ist ein Plus von 24 Minuten im Vergleich zum Vorjahr. Und jetzt kommt es: Jüngere verbringen fast fünf Stunden mit medialen Internetinhalten. Wow! Das klingt fast schon nach Arbeit! Bei 70-Jährigen sind es hingegen nur eine gute dreiviertel Stunde.

Auf Video inklusive YouTube, Mediatheken und Streamingdienste entfallen mittlerweile 76 Minuten, was 12 Minuten mehr sind als im Vorjahr. Im Bereich Audio, zu der Streamingdienste, Live-Radio und Podcasts dazugezählt wurden, sind es 63 Minuten. Das sind sechs Minuten mehr als im Vorjahr.

Es steigt nicht nur die Nutzungsintensität, sondern auch die Zahl der Menschen, die überhaupt Medien über das Internet nutzen. Die Tagesreichweite für die mediale Internetnutzung steigt um 17 Prozentpunkte, auf den Höchstwert von 72 Prozent. Für Videos im Internet steigt sie deutlich auf 51 Prozent, was ein Wachstum von 15 Prozentpunkte beinhaltet. 

Bei den 14- bis 29-Jährigen sehen sich 88 Prozent an einem normalen Tag Videos im Internet an, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 61 Prozent. Ebenfalls dynamisch entwickeln sich die Internet-Tagesreichweiten für Audio mit 42 Prozent und Text mit 45 Prozent im Internet. Im Audiobereich ist Musikstreaming die weitverbreitetste Anwendung. 41 Prozent nutzen dieses Angebot täglich oder wöchentlich, gefolgt vom Radiohören über das Internet mit 30 Prozent sowie dem Hören von Podcasts oder Radiobeiträgen auf Abruf mit 30 Prozent.

Die Onlinestudie zeigt, dass über alle Altersgruppen hinweg Video King ist. Obwohl Audio besser als Text abschneidet, zeigen die Ergebnisse aber auch, dass Textformate ebenfalls häufiger genutzt werden. Die Nutzung von Blogs steigt um fünf Prozentpunkte auf insgesamt 10 Prozent. Aber auch Newsletter, die beispielsweise über E-Mail verschickt werden, werden von 32 Prozent der Leute gelesen. Das ist ein Anstieg um 9 Prozentpunkte zum Vorjahr.

Über die ARD/ZDF-Onlinestudie 2022

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2022 wurde im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungskommission durchgeführt. Die Ergebnisse beruhen auf dem fusionierten Datensatz mit den Kerndaten der ARD/ZDF-Studie Massenkommunikation Trends 2022. Im Jahr 2022 wurden 1.500 repräsentativ ausgewählte deutschsprachige Personen ab 14 Jahren zwischen dem 7. März und dem 10. April befragt: 70 Prozent davon per Telefon auf Basis einer repräsentativen Dual-Frame-Stichprobe (Festnetz und Mobilfunk), weitere 30 Prozent über ein repräsentatives Onlinepanel.

Was wir nun als Content Creator:innen aus der Studie mitnehmen können

Zunächst ist die gute Nachricht, dass die Internetnutzung insgesamt gestiegen ist, denn damit sollte auch der Wunsch nach neuen Inhalten gestiegen sein. Das ist eine Steilvorlage nicht nur für die großen Medienhäuser, sondern gerade für uns kleine Content Creator:innen, wo wir ja im Internet zu Hause sind.

Andererseits sollten alle Content Creator:innen und Influencer:innen, die sich noch nicht an Videos gewagt haben, spätestens jetzt umlenken. Video ist das Medium der Stunde, das Audio und Text über alle Altersgruppen hinaus schlägt. Das heißt aber nicht, dass die anderen Formate nicht nachgefragt sind. Im Gegenteil! Sie dürfen und sollten weiterhin bedient werden. Video muss aber sein. Sorry, die schlechte Nachricht!

Und wo soll dann das ganze gepostet werden? Am besten dort, wo du dich zu Hause fühlst und deine Community unterwegs ist. Falls du aber anhand der aktuellen Daten die Auswahl der Plattform treffen möchtest, darfst du dich zunächst fragen, für welche Altersgruppen du deinen Content produzieren möchtest. Hast du die bis 30-Jährigen in Aussicht, gibt es laut der Studie die größten Reichweiten auf Instagram, Snapchat und TikTok in abnehmender Reihenfolge. Für die älteren Semester sind es Facebook, Instagram und TikTok. Doch auch hier gilt, sich die anderen Portale genauer anzuschauen. Abhängig vom Thema können auch andere Portale wichtig sein. Twitch ist beispielsweise für Gamer eine sehr gute Plattform, genauso wie auch YouTube. Pinterest ist andererseits bei Frauen eine sehr beliebte Plattform, um sich Inspiration zu holen.

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2022 zeigt uns also, wie die Leute das Internet nutzen und wo sie sich darin bewegen. Hat dich einer der Ergebnisse überrascht? Schreib es unten in den Kommentaren.

Tags:

Facebook, Internet, Studie

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