5 Recherchetipps für bessere Beiträge und mehr Glaubwürdigkeit

Influencer tragen eine Verantwortung, Ihre Follower gut zu beraten. Für die Suche nach aktuellen Infos kommt man nicht um eine Recherche darum herum. Mit diesen Tipps geht's schneller.

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Wenn mir jemand einen guten Morgen wünscht, schaue ich erst einmal aus dem Fenster raus. Ich übertreibe gerade, aber die Frage ist doch, kann ich mich auf die Aussage einer Person verlassen? Wenn nein, möchte ich dieser Person überhaupt noch etwas glauben. Ganz zu schweigen wenn diese Aussagen zu ernsten Themen. Wer Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufbauen möchte sollte auf handfeste Aussagen setzen.

Content Creator und Influencer stehen täglich vor der Kamera. Die Zuschauer zu unterhalten ist das eine, aber es geht auch um ernste Themen, die angesprochen werden wie zum Beispiel Gesundheit, Arbeit, Finanzen, Politik, Weltgeschehen und so weiter. Darüber hinaus positionieren sich Influencer auch als Experten, die Kaufempfehlungen aussprechen. Laut der repräsentativen Umfrage "Influencer: Einfluss auf die Kaufwahrscheinlichkeit" vom Marktforschungsunternehmen Spendid Research Gmbh, die Ende 2018 durchgeführt wurde, ist die Kaufwahrscheinlichkeit eines Followers, der seinem Influencer vertraut um 10 mal höher.

Aus meiner Sicht führt das dazu, dass der Influencer auch eine Verantwortung gegenüber seinen Followern trägt, sie auch richtig zu beraten sowie auch Fakten richtig wiederzugeben.

Da man nicht immer jedes Detail kennen kann, aber auch nicht allwissend sein kann, was andere Themengebiete außerhalb seiner Expertise angeht, kommt man nicht um eine Recherche drum rum. Damit die Recherche dann auch gut klappt, hier fünf Tipps: 

1. Zeit für Recherche einplanen

Recherche geht mal schnell, mal langsam. Es ist ratsam, sich dafür immer etwas Zeit und eine gute Portion Geduld einzuplanen. Üblicherweise dauert es etwas länger, weil man sich auch leicht in Inhalten verlieren kann, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben. Damit du den Fokus nicht verlierst, kommt schon der zweite Tipp.

2. Deine Hypothese niederschreiben

Für eine zielgerichtete Recherche ist es sinnvoll dir eine Hypothese niederzuschreiben, die während der Recherche geprüft werden soll. Daran kannst du deine Ergebnisse auf den Wahrheitsgehalt überprüfen. Das klingt etwas theoretisch, ist aber eigentlich recht simpel.

Vor der Recherche steht immer eine Ausgangsfrage, die du dir beantworten möchtest. Hier ein Beispiel: Ist eine vegane Ernährung gesund? Diese Frage ist in der Regel zugleich der Grundpfeiler Deiner Hypothese. Damit sie aber zu einer Hypothese wird, musst du sie in eine Aussage oder besser gesagt eine Behauptung umschreiben. Die Behauptung muss nicht stimmen, denn du willst ja herausfinden, ob sie stimmt. Es ist etwas einfacher, eine Behauptung mit wahr, falsch oder wahr unter bestimmten Bedingungen zu beantworten. Hingegen kann man sich bei der Beantwortung einer Frage je nachdem, wie man sie stellt, schon mal verlieren.

An die obige Beispielfrage angelehnt, könnten die Hypothesen wie folgt lauten: Veganes Essen fördert die Gesundheit. 

Du kannst aber auch etwas spezifischer formulieren. Eine vegane Ernährung ist im Vergleich zu Mischkost gesünder. 

3. Mit offenem Geist in die Recherche gehen (Ausgang nicht festlegen)

Du bist überzeugt, dass Deine Annahme stimmt, zum Beispiel, dass eine vegane Ernährung die Gesundheit fördert. Du findest ganz viele Quellen, die Deine Hypothese bestätigen. Aber auch einige Spinner, die was anderes behaupten. Die leben immer noch hinterm Mond. Aber stop! Jetzt beginnst du die Tatsachen umzudrehen. So vorzugehen führt zu einer Verzerrung der Realität aufgrund des Weglassens von andersartigen Meinungen und Ergebnissen. 

Wenn du mit der Recherche beginnst, solltest du den Ausgang nicht festlegen, auch wenn du eine Bestätigung Deiner Meinung anstrebst. Sei zudem bereit, Deinen Standpunkt zu wechseln, wenn die Recherche Gegenteiliges aufdeckt. Solch ein Vorgehen führt zu besseren Ergebnissen, die im Nachhinein nicht nur klüger machen, sondern auch glaubwürdiger.

4. Primärquellen vor Sekundärquellen

Was ist eigentlich eine Primärquelle und warum sind sie so wichtig? Simpel ausgedrückt, ist eine Primärquelle diejenige, die eine Sache zum ersten Mal in die Welt bringt beziehungsweise veröffentlicht. Die Quelle kann eine Person, eine Organisation, ein Unternehmen oder ein Medium sein, wie z.B. eine Fachzeitschrift. Hier ein Beispiel.

Du hast in einem Magazin einen tollen Artikel über eine neue Studie zu veganer Ernährung gefunden. In dem Artikel macht das Magazin darauf aufmerksam, dass die Studie in einer anderen wissenschaftlichen Fachzeitschrift zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Jetzt kommt die Auflösung. 

Das Magazin, dass du gelesen hast ist die Sekundärquelle, also diejenige, die das Original weitererzählt hat. Die wissenschaftliche Fachzeitschrift ist hingegen die Primärquelle oder kurz gesagt, das Original!

Das Problem mit den Sekundärquellen liegt darin, dass sie unter Umständen die Primärquelle falsch wiedergegeben. Das kann unabsichtlich passieren, weil die Aussagen falsch verstanden, falsch interpretiert oder überflogen werden. Genauso kann es aber auch mit Absicht erfolgen, was einer Täuschung gleich kommt, zum Beispiel für Propagandazwecke oder um seinen Standpunkt auf Teufel komm raus zu bestätigen.

Zum Zwecke der Überprüfung der Aussagen auf den tatsächlichen Wahrheitsgehalt, ist es deswegen empfehlenswert, die Primärquellen wenigstens zu überfliegen. 

5. Primärquellen finden

Es stellt sich nun die Frage wie man eigentlich Primärquellen findet. 

Der Weg führt meistens über die Recherche in Sekundärquellen. Beispielsweise wird nach einem Begriff gegoogelt. Darüber gelangt man zu einer Website mit einem interessanten Beitrag zu einer Studie, die wiederum in einer Fachzeitschrift zum ersten Mal erschienen ist. In dem Fall gelangt man über zwei Verweise zum Original. Manchmal sind mehr Umwege nötig. Hier ist Geduld gefragt.

Etwas schneller kann es gehen, wenn zunächst herausgefunden wird, über welche Kommunikationskanäle und Medien, neue Aussagen und Erkenntnisse, in dem von Dir durchsuchten Themengebiet veröffentlicht werden. Anschließend kann die Recherche auf diesen Kanälen vertieft werden. Hier zwei Beispiele.

Politiker kommunizieren sehr gerne über die Presse. Aber auch Twitter hat sich zu einem gern genutzten Kanal entwickelt. Wer also Aussagen von Politiker finden möchte, sollte mit der Recherche in diesen Medien beginnen.

Ärzte und medizinische Institute teilen wiederum ihre Studienergebnisse gerne über wissenschaftliche Fachzeitschriften, die selten oder gar nicht im Zeitschriftenladen zu finden sind.

Hier empfehle ich den Weg in eine Bibliothek, vor allem eine Universitätsbibliothek des jeweiligen Schwerpunktes, sofern eine in deiner Nähe vorhanden ist. Bei Wikipedia findest Du Listen zu deutschen Bibliotheken.

Es gibt aber auch Soziale Medien für Wissenschaftler, die dazu dienen, dass sich Forscher miteinander vernetzen und auf ihre Studien aufmerksam machen. Nicht selten gelangst du darüber zu den Volltexten ihrer Studien. Zwei Beispiele sind ResearchGate.com und Academia.edu

Zuletzt sei noch auf das persönliche Gespräch verwiesen, um an Aussagen und Meinungen aus erster Hand zu kommen.

Das waren die fünf Tipps für eine bessere Recherche zum Wohle der richtigen Aufklärung Deiner Follower aber auch der Stärkung deiner Glaubwürdigkeit und somit dem Aufbau von Vertrauen.

Wenn du dich jetzt in das Thema vertiefen möchtest, kann ich dir das Buch Methodisches Recherchieren von Michael Haller empfehlen, dass es zum Beispiel auf Amazon gibt.

Petru Leuthold arbeitet seit 2002 in der Kommunikation. Durch die Arbeit mit Influencern wurde er inspiriert INFLZR.de zu gründen. Seine Mission ist Influencer mit nützlichen Tipps, Insights und Inspiration bei der Gestaltung ihrer Karriere zu unterstützen. Entdecke auch seinen Podcast Branding like a BRAINBEAST.


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Petru Leuthold | Herausgeber INFLZR.de

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